Kitzrettung – Drohnenteam

Konfliktzeit Grünlandmahd – Lebensgefahr für Kitz und Co.

Jedes Jahr werden bei der Mahd von Dauergrünland und Feldgras Rehkitze und Junghasen getötet sowie die Gelege von Bodenbrütern ausgemäht. Ein hohes Risiko für die Nutztiere in der Landwirtschaft, denn durch Kadaver verunreinigte Silagen enthalten Clostridium botulinum, was insbesondere bei Wiederkäuern zu Botulismus führt. Eine Krankheit, die für die meisten Tiere einen tödlichen Verlauf nimmt. Der Landwirt ist außerdem dazu verpflichtet, die zu mähende Fläche abzusuchen, was bei Unterlassen zu hohen Strafen führen kann, sollte ein Jungtier zu Schaden kommen. Der Jagdpächter ist hierbei im Sinne der Hege zur Mithilfe verpflichtet. Es gibt verschiedene Methoden, die zum Schutz des Jungwilds beitragen können. Während es früher üblich war, Vergrämungsmittel in der Fläche aufzustellen und diese mit brauchbaren Jagdhunden abzusuchen, ist heutzutage moderne Technik am Werk. Die effektivste und erfolgreichste Methode des Schutzes ist derzeit das Absuchen der Flächen mit einer Drohne mit Wärmebildkamera. Hiermit erzielen wir Erfolgsquoten von über 90 %. Die ehrenamtlichen Piloten des Hegerings haben hierfür den sogenannten Drohnenführerschein gemacht und trainieren regelmäßig den Umgang mit der Drohne. Denn das Erkennen von relevanten Wärmequellen wird leichter, je öfter das Auge darauf geschult wird.

Der frühe Vogel fängt das Kitz

Während die meisten Menschen noch schlafen, sind die Piloten mit ihren Helfern schon für den Tierschutz im Einsatz. Denn eine Suche mit der Drohne ist nur dann erfolgversprechend, wenn der Temperaturunterschied zwischen dem Jungwild und seiner Umgebung besonders groß ist. Das bedeutet, dass bereits vor Sonnenaufgang mit der Suche nach Kitz und Co. begonnen wird. Hierbei leisten die Drohnenteams in ganz Deutschland allein im Mai je drei 40-Stunden-Wochen. Neben der aktiven Flugzeit kommen noch Vor- und Nachbereitung der Flächen hinzu. Um sich während des Flugs voll auf die Wärmesignaturen konzentrieren zu können, werden alle Flächen in der Drohne programmiert und gespeichert, sodass sie vollautomatisch abgeflogen werden. Damit können wir sicherstellen, dass alle Bereiche der Fläche gründlich kontrolliert wurden. Außerdem stehen wir als Piloten immer gern zur Verfügung, um unseren kleinsten Mitbürgern die Jungwildrettung näher zu bringen und die Drohne zu präsentieren. Wenn im Stadtgebiet Rüthen besonders viele Flächen an einem Tag abgesucht werden müssen, arbeiten mehrere Drohnenteams gleichzeitig. Im Hegering Rüthen stehen zwei Drohnen zur Verfügung. Bei Bedarf wird mit dem Hegering Oestereiden kooperiert, der ebenfalls zwei Drohnen zur Verfügung hat. Auf diese Weise werden allein im Stadtgebiet Rüthen jährlich mehrere hundert Hektar Fläche abgesucht, Rehkitze und Junghasen vor dem Mähtod und Gelege von Bodenbrütern vor dem Ausmähen bewahrt.

Effizient sein und bleiben

In unserem Hegering fliegen wir Drohnen des Typs DJI Mavic 3 Enterprise T. Mit diesem Drohnentyp können wir das kurze Zeitfenster am Morgen bestmöglich ausnutzen. Die Anschaffungskosten für Drohne und Zubehör sind allerdings hoch und liegen bei etwa 7.000 €. Hierfür gibt es häufig Fördermöglichkeiten, durch die zumindest ein Teil der Summe gedeckt werden kann. Was viele jedoch nicht bedenken, sind die laufenden Kosten, die eine Drohne verursacht. Allein für Wartung und Versicherung fallen pro Drohne ca. 450 € pro Jahr an. Hinzu kommen mögliche Kosten für z. B. neue Akkus. Wir möchten auch in Zukunft effektiv dem Jungwild und der Landwirtschaft helfen und geben dafür gern unsere Freizeit und tragen die Fahrtkosten! Um die laufenden Kosten der Drohnen zu decken, sind wir aber auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns über jede Unterstützung und können ab einem Betrag von 300 € eine Spendenquittung ausstellen.

Spenden bitte an:
Kreisjägerschaft Soest e.V.
IBAN: DE52 4165 0001 0000 0122 03
Verwendungszweck: Hegering Rüthen, Kitzrettung